Der Kongress interessiert sich für die Krypto-Währung – was kann da schon schief gehen?

Vor kurzem beendete der Kongress lang erwartete Anhörungen über die Zukunft der Kryptowährung in Amerika und in der ganzen Welt. Angetrieben vor allem durch die Ankündigung des Libra-Projekts von Facebook, hörten Gesetzgeber sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat Zeugenaussagen über das Potenzial für eine föderale Regulierung digitaler Zahlungssysteme. Obwohl es sich bei den manchmal umstrittenen Anhörungen um vorläufige Anhörungen handelte und, wenn überhaupt, nur wenige Schlussfolgerungen gezogen wurden, ist eines sicher – die Tage, in denen die Kryptowährung unter dem Radar flog, sind vorbei, und der Kongress wird seine Rolle bei der Aufsicht über die aufkeimende Technologie sicherlich weiter untersuchen.

Für die meisten Amerikaner sind Begriffe wie „Bitcoin“, „Kryptowährung“ und „Blockkette“ rätselhafte Begriffe. Doch in den letzten 10 Jahren seit der Gründung von Bitcoin im Jahr 2009 ist der weltweite Markt exponentiell gewachsen, wobei derzeit Hunderte von Krypto-Währungen auf öffentlichen Märkten gehandelt werden. Bitcoin ist der prominenteste dieser Vermögenswerte, aber sein Wachstum gleicht eher einer Achterbahnfahrt als einem Mondschießen. Der Preis hat stark geschwankt, manchmal um Tausende von Dollar innerhalb weniger Tage, und BitQT wurde von Analysten mehr als einmal für tot erklärt.

Präsident Trump hat Bitcoin sicherlich nicht geholfen, als er am 11. Juli twitterte, dass er „kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ist, die kein echtes Geld sind und deren Wert sehr volatil ist und auf dünner Luft beruht“. Finanzminister Steve Mnuchin häuft an und äußerte sich besorgt über die Möglichkeit, dass Kryptowährungen für schändliche Aktivitäten verwendet werden könnten, die von Geldwäsche bis zu Finanztransaktionen zwischen Terrororganisationen reichen. Die Anhörungen des Kongresses im vergangenen Monat gaben Anlass zu ähnlichen Bedenken, obwohl viele Ausschussmitglieder ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf ein noch größeres Ziel richteten – Facebook.

Der Social-Media-Bolide steht seit 2016 im Fadenkreuz der internationalen Regulierungsbehörden und des Kongresses, wobei die größten Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes an erster Stelle der langen Liste von Missständen stehen. Es ist daher kein Wunder, dass Kongress- und Finanzexperten schnell auf den Anti-Libra-Zug aufgesprungen sind, als Facebook im Juni seinen Plan zur Schaffung einer eigenen Krypto-Währung ankündigte. Obwohl viele die Probleme im Zusammenhang mit der Waage und Bitcoin zusammenfassen, sind die beiden eigentlich recht unterschiedlich.

Während sowohl Waage als auch Bitcoin mit einer sicheren Blockchain-Ledger-Technologie arbeiten, sind Bitcoin-Transaktionen anonym und so konzipiert, dass Einzelpersonen ohne Banken, ohne behördliche Kontrolle und ohne Bürokratie Peer-to-Peer-Transaktionen durchführen können. Die Waage hingegen hat sich mit Konzern-Schwergewichten wie Visa, PayPal und Uber zusammengetan, um eine auf Erlaubnis basierende Währung zu schaffen, die Geschäfte nur mit vertrauenswürdigen Parteien abwickelt. In vielerlei Hinsicht ist dies genau das Gegenteil von dem, was die gegen das Establishment gerichteten Bitcoin-Gründer im Sinn hatten, denn die Waage von Facebook wird von einem zentralisierten Konsortium großer Institutionen regiert, die Millionen in das Projekt investiert haben.

Um die turbulenten Marktschwankungen zu vermeiden, die Bitcoin und andere Krypto-Währungen erlebt haben, ist die Waage so konzipiert, dass sie hauptsächlich für Geldtransfers und internationale Zahlungen genutzt werden kann. Der Hauptunterschied besteht darin, dass Bitcoin ein festes Angebot von 21 Millionen Münzen anbietet, während Facebook die Möglichkeit haben wird, das Angebot der Bibliotheken anzupassen, um auf Nachfrageänderungen auf dem Markt zu reagieren. Diese Betonung der Wertbeständigkeit hat zu der von Libra bevorzugten Terminologie der „stablecoin“ geführt. Das klingt alles gut, aber man kann mit Sicherheit sagen, dass der Kongress es nicht abkauft.

Angesichts der Bedenken, die viele Mitglieder des Kongresses gegen die manchmal ungeschickten Bemühungen von Facebook zur Verteidigung seiner Datensicherheitspolitik hegen, überrascht es nicht, dass einige Ausschussmitglieder ihre Zeit damit verbrachten, das Unternehmen zu verunglimpfen, indem sie ihre Skepsis darüber zum Ausdruck brachten, dass Facebook die Technologie im besten Interesse der Verbraucher einsetzen würde. Zum Teil handelte es sich dabei wahrscheinlich um politische Selbstdarstellung, und es war klar, dass einige Ausschussmitglieder die Feinheiten des Themas nicht ganz verstanden.